Sind wir ein Volk?
November 11, 2009
Am Montag ist ja die Mauer gefallen und aus diesem Anlass beschäftigte sich Holger Klein im Bluemoon auf Fritz mit der Frage „Sind wir ein Volk?“. Diese Frage und die Meinungen und Erlebnisse in der Sendung haben mich zum Nachdenken gebracht.
Und ich habe natürlich als erstes mein eigenes Leben betrachtet. Aus meiner Perspektive kann ich auch nur die Berliner Sicht der Dinge beleuchten. Ich bin derzeit 22 Jahre alt und wohne schon mein ganzes Leben in Ost-Berlin. Dennoch arbeite ich seit mehr als drei Jahren im goldenen Westen (bis vor kurzem in Tempelhof und jetzt in Reinickendorf) und meine Freundin kommt ebenfalls aus Westberlin. Mein Leben verbringe ich also in ganz Berlin. In meinem Kopf gibt es also keine Mauer mehr und ich bin ein Volk.
Nun bin ich aber – auch wenn mir das Fernsehen mal was anderes erzählen wollte – nicht Deutschland und in der Sendung wurde auch berichtet dass es noch viele Vorurteile zwischen Ossis und Wessis gibt. Im Osten fahren sich die Jugendlichen mit GTs kaputt, im Westen nimmt man dazu wohl einen BMW oder einen Audi. Und auch in der Schule wird man doof angemacht, wenn man von drüben kommt.
Ich glaube man muss wohl unterscheiden. Die Berliner Sichtweise ist eine besondere – man hat es leicht ins ehemalige Nachbarland zu kommen. Eine viertel Stunde Bahnfahrt und man hat einmal „rübergemacht“. Kommt man jedoch „vom Dorf“ oder von weit weg vom antifaschistischen Schutzwall, so passiert es nicht mal so nebenbei, dass man eben plötzlich drüben ist. Und so kann man seine Vorurteile auch ganz gut pflegen, wenn man das denn möchte.
Wie immer gibt es also solche und solche. Doch ist das wirklich ein Problem? Vielleicht sind wir nicht „ein Volk“. Doch ganz sicher sind wir auch nicht zwei sondern vielmehr dutzende von Völkern – und jeder gehört irgendwo so ein bisschen dazu. Die Anzugträger, die Ökos, die Fischköppe und die Bayern und eben auch die Wessis und die Ossis. Und so denke ich, dass die Mauer in den Köpfen bei weitem nicht so viel Schaden anrichten kann, wie man gemeinhin vermutet und dass sie spätestens beim Erleben „des fremden Nachbarlandes“ ganz schnell bröckelt und zerfällt.
Der größte Datenskandal seit es Schokolade gibt
Oktober 19, 2009
Es ist schon erstaunlich wie derzeit in den Medien über die „schwere Datenpanne bei SchülerVZ“ (Berliner Zeitung – nein ich meine nicht B.Z.) berichtet wird.
Für technisch nicht bewanderte hört es sich so an als ob Hacker durch eine Sicherheitslücke (oder so eine Fisting-Attacke *g* ) an geheime Benutzerdaten gekommen wären. Dass die Daten nicht geheim, sondern für jedes SVZ-Mitglied offen zugänglich waren, ließt man noch – wenn man den Artikel dann ließt. Dass es sich bei den finsteren Hackern um Mitglieder von SchülerVZ handelt, ist erst heute herausgekommen.
Was bedeutet das? Es bedeutet, dass die Täter wahrscheinlich selbst Schüler waren. Denkt man darüber nach und sieht das ganze mit etwas technischem Hintergrund sieht man, dass die beiden Buben eigentlich garnichts besonderes getan haben.
Sie haben ein Programm geschrieben (oder benutzt) , das sich in das soziale Netzwerk SchülerVZ einloggt und dann einfach Links zu anderen Profilen folgt. Die Informationen, die in den Profilen stehen haben sie einfach gespeichert. Überträgt man das ganze in die analoge Welt, ist das als würde man mit einem Notizblock am Rechner sitzen und die Profile abschreiben. Wo bleibt also die Datenpanne, der Skandal? Das einzige was an der ganzen Sache an finstere Hackereien erinnert ist, dass das Programm, welches die Daten aus SVZ ausgelesen hat (ein sogenannter Crawler) wahrscheinlich CAPTCHAs erraten hat.
CAPTCHAs sind kleine Bildchen, die von Maschinen schwer zu lesende Texte enthalten. Ein Mensch soll nun den Inhalt der Bildchen eingeben. Die Annahme, die gemacht wird ist, dass nur ein Mensch die Inhalte richtig erkennen kann. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Programmen, die die Inhalte von solchen Captchas automatisch erraten.
Fassen wir also zusammen – Ein paar Schüler haben ein Programm geschrieben, das den menschlichen Notizblock-Abschreiber und Linkklicker ersetzt und ein paar Buchstaben in Captchas errät. Es gibt also eigentlich keinen Skandal. Seine Daten kann man in den meisten -VZs schützen, so dass sie nur die eigenen Freunde sehen können. Überhaupt sollte man keine schützenswerten Daten im Internet preisgeben. Beachtet man das – und ich glaube das tun immer mehr Leute – so kann einem nichts passieren und man kann über so eine „Datenpanne“ nur müde lächeln.
der VZ-scraper ist jetzt wofür genau verhaftet worden?
Captcha-Erkennen?! (…)
Erklärungsversuch
September 17, 2009
Wieder gab es einen Amoklauf – diesmal zum Glück ohne Tote. Doch immer deutlicher stellt sich mit der in den letzten Jahren steigenden Anzahl solcher Amokläufe ein Schema heraus.
Sie finden so gut wie nie an Haupt- oder Gesamtschulen statt. Meist sind die Täter männlich und in der Sekundarstufe Zwei (Die Klassen 11-13) oder knapp davor zu finden. Sie sind nicht in die Klassengemeinschaft integriert und Einzelgänger.
Man ist nicht cool, für Mädchen ist man bestenfalls ein guter Kumpel. Sport ist nicht die größte Leidenschaft und zu Parties wird man selten eingeladen. Man fühlt sich ausgeschlossen.
Dieses Gefühl kann in Hass gegen „die Anderen“, gegen die, die einen (vllt auch nur vermeintlich) ausschließen, umschlagen. Kommt es soweit sind alle gleich und können einen im besten Fall nicht verstehen, weil man in einer anderen Welt lebt. Im schlimmeren Fall wird man gemobbt.
Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten damit umzugehen. Man kann sich wehren und ein Selbstbewusstsein aufbauen, man kann es in sich hineinfressen, man kann aggressiv werden – gegen sich selbst oder gegen „die Anderen“. Letzteres passiert wohl dann, wenn man keinen Ausweg mehr sieht als all dem ein Ende zu setzen.
Dies ist in den letzten Jahren in Deutschland mehrmals passiert. Die Täter waren vielleicht nicht in der Lage nach vorne zu blicken und zu sehen, dass sich das Leben ändert und dass Anerkennung und Verständnis verbunden mit eigenem Reifen später kommen wird. Und dass die Schule glücklicherweise nicht das Leben ist.
Am anderen Ende war die Umgebung vielleicht nicht in der Lage oder nicht Willens zu erkennen, dass da jemand der Gemeinschaft entgleitet und einen Hass gegen sie aufbaut.
Schon komisch – diese Realität…
Juli 31, 2009
Manchmal ist es echt seltsam mit dieser Realität. Die Fantasie von Drehbuchautoren ist eben doch beschränkt. Sie würden sagen, dass diese Ereignisse unwahrscheinlich oder gar unmöglich sein. Und dann passieren sie doch.
Auf solche Ideen wären die Damen und Herren in Hollywood nicht gekommen oder?
S-Bahn in Berlin ab nächster Woche
Juli 18, 2009
- S1 : Potsdam Hbf – Oranienburg (20 / 30)
- S2 : Blankenfelde – Bernau (20 / 30)
- S25 : Hennigsdorf – Schönholz und Teltow-Stadt – Yorkstraße (20 / 30)
kein Zugverkehr zwischen Schönholz und Yorkstraße - S3 : Erkner – Ostbahnhof (20 / 30)
- S41 / S42 : Ring (10 / 15)
- S46 : KW bis Hermannstraße (20 / 30)
- S5 : Strausberg – Ostbahnhof ( 20, Tagsüber Einsetzerzüge zwischen Lichtenberg und Mahlsdorf im 10 Min Takt / 30 )
kein Zugverkehr ab Strausberg und ab Ostbahnhof - S7 : Ahrensfelde – Ostbahnhof (20 / 30)
kein Zugverkehr ab Ostbahnhof - S75 : Olympiastadion – Zoo ( 20 / 30)
kein Zugverkehr ab Zoo - S8 : Spindlersfeld – Treptower Park (20 / 30) sowie Hohen-Neuendorf – Mühlenbeck-Mönchmühle (20 / nachts kein Zugverkehr)
kein Zugverkehr zwischen Treptower Park und Mühlenbeck-Mönchmühle
Wie man sieht fehlen einige Linien, die nun garnicht mehr fahren. Dazu gehören die S45, die S85, sowie die S9. Weiterhin fahren die Linien S25, S75 und S8 nur noch auf sehr kurzenTeilstrecken. Gebiete, die sonst mit 3 und mehr Linien bedient wurden werden nun garnicht mehr bedient oder nur mit sehr langen Taktzyklen. So muss ich an meiner Station, statt wie bisher 5min jetzt bis zu 20min auf eine S-Bahn warten. Richtig schlimm wird es aber auf dem Ring werden, wo die Ringbahn nicht mehr durch andere Linien entlastet wird (außer eine Station durch die S46) und selbst auch nicht mehr wie bisher alle 5 sondern nur noch alle 10min fährt.
Na das kann ja heiter werden. Auf bvg.de kann man sich übrigens schonmal die Strecke ohne S-Bahn raussuchen, wenn man gerne einen Stehplatz im Verkehrsmittel seiner Wahl hätte.
Oh my god I’m gonna puke
Juli 6, 2009
Die Ads von Microsoft waren ja schon immer für nen Lacher gut. Aber das hier war ihnen doch zu peinlich:
Ein Film zum Irakkrieg
Juli 2, 2009
The Hurt Locker (Deutscher Titel „Tödliches Kommando“) ist ein kürzlich in den USA erschienener Kriegsfilm, der sich mit dem Irakkrieg beschäftigt.
Er handelt von einem Bombenentschärfungsteam, bestehend aus drei Soldaten, und beschreibt die Erlebnisse des Selben im Irak. Neben der unruhigen Kameraführung als stilistisches Mittel, fällt vor Allem der wenig betonte Spannungsbogen auf. Es erscheint, als erzähle der Film immer wieder das gleiche Geschehen – die spannende Entschärfung von Sprengsätzen, die von irakischen Widerstandskämpfern platziert wurden – an unterschiedlichen Orten.
Diese Wiederholung erlaubt es das tägliche Leben dieser Soldaten im Irak darzustellen und zeigt was der Krieg mit den einzelnen Soldaten macht. Der Film scheut dabei nicht davor Abschreckendes zu zeigen. Sei es die Leiche eines Kindes, die mit Sprengstoff gefüllt als Bombe missbraucht wird oder das Entfernen von Blut eines erschossenen Kameraden von Patronen um sich damit zu verteidigen.
Der Film bleibt durch seine Konzentration auf den einzelnen Soldaten erfrischend unpolitisch. Der Krieg im Irak wird an keiner Stelle verteidigt und auch die Widerstandskämpfer werden nur an erstaunlich wenigen Stellen bewertet.
Die immerwiederkehrende Einblendung des Untertitels „X Tage bis zur Rückkehr des Teams Bravo“ (Der Name des Bombenentschärfungsteams) gleicht einem Countdown und die immer größer werdende Verzweiflung der Soldaten zeigt eines – Sie wissen dass der Krieg sie kaputtmacht und sie wollen – so sie psychisch dazu noch in der Lage sind – nur eines : Nach Hause.
Nach langer Zeit lasse ich an dieser Stelle mal wieder von mir hören. In letzter Zeit hat sich in meinem Geekleben viel getan. Ich habe mein Langzeitprojekt „Umstellung der Technik auf Apple-Produkte“ mit dem Kauf des neuen MacBook Pro 13″ abgeschlossen und bin damit sehr glücklich.
Weiterhin habe ich mir einen V-Server bei 1,2 oder 3 geklickert. In den letzten Wochen war ich unter Anderem damit beschäftigt ein Projekt umzusetzen, welches ich schon lange geplant habe. Es handelt sich dabei um ein ganz einfaches Onlinenotepad, mit dem man kollaborativ Notizen schreiben und bearbeiten kann. Um sich davon ein Bild zu verschaffen, schaut man sich das ganze am Besten unter http://notepad.leuchtetgruen.de/ an.
In diesem Blogbeitrag möchte ich darauf eingehen wie diese Anwendung entwickelt wurde und welche Probleme dabei auftraten und noch auftreten.
Der Anfang
Ganz zu Beginn steht die Idee. Man bekommt eine Idee und beginnt sie sich im Kopf immer weiter auszumalen und auszugestalten. In diesem Fall war mir klar dass es sich um ein maximal einfach zu bedienendes und schön anzusehendes Notepad handeln sollte. Was sich bei mir dann immer unmittelbar anschließt ist die Konzeption der Benutzerschnitstelle.
Dazu benutze ich GIMP – wer mit Photoshop groß geworden ist, mag dafür wohl Photoshop nutzen. Darin entwickle ich das grundlegende Userinterface mit allen Elementen, die einmal zu sehen sein sollen. Ich kann verschiedene Möglichkeiten austesten und einfach über das Zu- und Abschalten ausprobieren, was am Besten aussieht.
Ist das User Interface einmal grafisch entwickelt folgt der Gedanke, wie dieses in die Webanwendung übernommen werden kann. Hier wurde festgelegt, dass das Korkboard als eigene Grafik den Hintergrund bilden soll und sich das Notepad stets in der Bildschirmmitte befinden soll. Es soll nicht skalieren um eine feste Größe des Textfeldes für die Texteingabe zu garantieren. Auch der Speichern-Button wurde als eigene Grafik abgespeichert um ihn gegebenenfalls ein- oder ausblenden zu können. All dies geschah in einer CSS-Datei – die hier für das Betrachten an einem normalen Computerbildschirm ausgelegt war.
Erst im Anschluss daran fand tatsächliche Programmierung statt. Hier wurde auf eine klare Client-Server-Architektur geachtet. Der Client besteht dabei ausschließlich aus XHTML, JavaScript und CSS. Es wird kein HTML durch PHP o.Ä. erzeugt. Die Kommunikation mit dem Server findet über asynchrone HTTP-Requests statt. Hier verwende ich meist Protoype.JS als Framework. Die Backendlogik ist in PHP entwickelt und stellt eine API dar, deren Funktionen vom Client aufgerufen werden können.
Wo wir schon bei Frameworks sind. Es ist klar dass eine interaktive Webanwendungen meist auch Animationen enthält, die eine besser User Experience gewährleisten sollen. Um dies zu realisieren bieten sich mittlerweile zwei Möglichkeiten an. Eine Möglichkeit bieten CSS-Animations an, die mit HTML 5 in CSS einzug gehalten haben. Da HTML 5 jedoch noch kein weit gelebter Standard ist, wurde jedoch der Weg gewählt Animationen mit Hilfe des JavaScript-Frameworks Scriptaculous zu erstellen.
So wurde eine einfache, interaktive und hoffentlich ansprechende Webanwendung konzipiert und implementiert. Wie man sich denken kann passiert das nicht ohne Probleme.
Probleme
Es ist erstaunlich in wieviele Probleme man bei solch einer einfachen Anwendung laufen kann. Erstaunlich ist auch die Vielschichtigkeit der Schwierigkeiten. So ist es beim User Interface schwierig alle Browser zu bedienen. Besonders der Internet Explorer vor Version 7 kann hier noch nicht vollständig genutzt werden, da er keine Transparenz in CSS oder in PNG-Grafiken unterstützt.
Aber auch im Backend traten Probleme auf. So ist beim Versand von schon wenigen Mails mithilfe der PHP-Funktion mail(); der Server sehr schnell abgeraucht. Daher musste hier eine SMTP-Verbindung zum Mailserver von 1&1 aufgebaut werden, der dann die Mails versendet.
Wie nicht anders zu erwarten traten auch im Client Probleme auf, die im Wesentlichen an meiner eigenen Dummheit lagen. So trat öfters das Problem auf, dass Notizen leer gespeichert wurden obwohl sie es nicht waren. Der Grund hierfür war, dass die Notiz per POST über AJAX an den Server übertragen wird. Nicht beachtet wurde hier, dass ein URL-Encoding nötig ist, da sonst jedes Fragezeichen oder kaufmännisches Und als Zeichen für einen neuen Parameter gewertet wird. Aber man lernt ja nie aus
Fazit
Wie man sieht ist schon beim Entwickeln einer einfachen Webanwendung viel zu beachten und es kann viel schiefgehen. Besonders Inkompatibilitäten der einzelnen Browser (Speziell des IE) können einem Dabei viel Kopfzerbechen bereiten.
Von wem wollen wir denn heute nicht gewählt werden?
Juni 5, 2009
Einen günstigeren Termin hätte sich die Innenministerkonferenz nicht wählen können, um Deutschland klar zu machen, dass die etablierten Parteien der Realität einiger Bevölkerungsgruppen – darunter auch die Jugend – nicht verstanden hat.
Was ist passiert? Die Innenministerkonferenz, die sich aus den 16 Innenministern und Innensenatoren der deutschen Bundesländer zusammensetzt und damit ausschließlich mit Parteimitgliedern der CDU, der CSU und der SPD besetzt ist, tagte heute in Bremerhaven. Dabei entwickelten sie eine Beschlussvorlage für ein Verbot sogenannter Killerspiele. Darin heißt es:
„Für Spiele, bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ist, ein ausdrückliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot so schnell wie möglich umzusetzen.“
Wie kommt man darauf, dass man solche Spiele verbieten müsse, gehören sie doch in Form von Spielen wie Counter Strike, Battlefield (zumindest in meiner Generation) und vielen mehr zur Lebenswirklichkeit vieler ganz normaler Jungendlicher? (Zugegebenermaßen vornehmlich männlicher Jugendlicher) Die Antwort dafür liefert der Innenminister von Niedersachsen:
„Für Spiele, bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ist, ein ausdrückliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot so schnell wie möglich umzusetzen.“
Soweit der Ist-Zustand. Betrachtet man dieses Vorhaben, so ist es ein Ausdruck dessen, dass die großen Parteien in Form von SPD, CDU/CSU und in großen Teilen auch der Linken, der Grünen und der FDP von den Lebensrealitäten einiger Bevölkerungsgruppen keine Ahnung haben, aber Gesetze machen, die einen großen Einfluss auf das Leben genau dieser Bevölkerungsgruppen hat.
Es ist für diese Parteien nicht vorstellbar, dass sich Jugendliche messen indem sie Counter Strike spielen und daraus auch Selbstbewusstsein ziehen. Es ist für sie nicht vorstellbar, dass es von der Sache her das gleiche ist auf dem Fußballplatz gegeneinander zu spielen wie im Internet gegeneinander einen Shooter zu spielen. Es geht dabei nicht um das tatsächliche Töten. In meiner Jugend haben die meisten meiner Freunde – und auch ich – diese Spiele gespielt. Einen großer Teil davon kann man als überzeugte Pazifisten bezeichnen, die nie auf die Idee kommen würden auf jemanden zu schießen.
Ihr kennt euch mit der Materie nicht aus und entscheidet anhand von Klischees und Ängsten. Das tut ihr immer häufiger. Das tut ihr aus Angst vor Terror, um Kinder zu schützen ohne vom Internet einen Schimmer zu haben und auch hier. So werdet ihr nicht gewählt. Besonders nicht mit so einer Aktion zwei Tage vor der Europawahl. Schlimmer noch – ihr sorgt dafür, dass sich ganze Bevölkerungsgruppen von euch abwenden und sich im günstigsten Fall Kleinparteien, wie der Piratenpartei zuwenden, im schlimmsten Fall aber gänzlich von der Politik abwenden. So und am Sonntag könnt ihr euch dann über die niedrige Wahlbeteiligung wundern.
Der Linktipp zum Mittag
Mai 18, 2009
Man könnte denken es wäre Satire – ist es aber nicht. Der auf dem Bild abgebildete Mann ist Dr. Dieter Wiefelspütz von der SPD. Er ist Mitglied des Bundestages und sitzt dort u.A. im Innenausschuss. Positiv bemerkenswert ist, dass er auf der Seite abgeordnetenwatch.de Fragen von Bürgern beantwortet. Da hört es aber leider auch schon auf. Beachtet man den Ton, mit dem er die Fragen beantwortet so denkt man unwillkürlich an Satire und fragt sich ob es wirklich das Mitglied des Bundestages ist, was dort ins Internet hineintrollt.
Vielleicht mal ein kleines Beispiel:
Auf die Frage hin, ob er sich mit dem Internet auskenne und beispielsweise wisse was ein bzw. das DNS (Domain Name Server oder Domain Name System) oder eine TLD (Toplevel Domain wie .de) ist antwortet er:
Sehr geehrter Herr Hipp,
was soll denn ein "Computer" sein, was soll "Internet" sein?
Ich habe diese Begriffe noch nie gehört oder gelesen. Ich stamme nämlich aus dem vergangenen Jahrtausend.
DNS, TLD, GAGA, GOGO, TRALAFITTI oder was?Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB
Auf eine Frage zum Thema Cross Border Leasing (kA worum es dabei geht – schlagt es zur Not in der Wikipedia nach), die ohne Anrede oder Grußformel gestellt wurde antwortet er einfach:
Sehr geehrter Herr Tonscheidt,
ich beantworte keine Fragen, die weder eine Anrede noch eine Grußformel
enthalten.Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB
Und so geht das immer weiter. Wer also mal eine lustige Mittagspause haben und seine Halsmuskulatur etwas mit Kopfschütteln trainieren möchte sollte sich mal die entsprechenden Threads auf Abgeordnetenwatch ansehen.
Viel Spaß!







