Plädoyer für mehr zivilgesellschaftliches Engagement in Marzahn

Am heutigen 20. April 2015 fand wieder eine Demonstration von Neonazis gegen eine Flüchtlingsunterkunft statt im Berliner Ortsteil Marzahn statt. Aus dem idiologischen und personellen Umfeld dieser Demonstrationen kommt es in den letzten Wochen immer wieder zu Übergriffen.

So wurde am letzten Wochenende an einer russischsprachigen Grundschule im Bezirk eine Puppe an einem Basketballkorb symbolisch erhängt, eine Reichskriegsflagge am Schultor angebracht und es wurden volksverhetzende Flugblätter verteilt. In der gleichen Zeit wurde gedroht, eine russisch orthodoxe Kirche im Bezirk anzuzünden.

Am Rande der heutigen Neonazi-Demonstration griffen circa 15 Neonazis die Gegendemonstration hinterrücks mit Steinwürfen an. Die Polizei hatte die Umgebung hier nicht vernünftig abgesichert und traf am Ort des Übergriffes erst nach circa 1-2 Minuten ein, obwohl sie nur 50 Meter entfernt stand.

Ein Journalist wurde am Rande der Demonstration mit den Worten „auch du bist irgendwann dran. Fühl dich nicht zu sicher. Schade das du bei den Kanacken im Knast nicht verreckt bist“ bedroht.

All das geschah unter den Augen der Anwohner, die ob der lauten Gegendemonstration auf den Balkonen standen. Es ist und bleibt mir unverständlich, warum Anwohnerinnen und Anwohner die steigende Bedrohung der Neonazis hinnehmen und passiv bleiben, zeigt doch der heutige Tag sehr deutlich, dass auch wenige Neonazis gefährlich sein können, wenn man sie gewähren lässt.

Es bietet sich jeden Montag die Möglichkeit an einer von den Parteien (SPD, Piraten, Grüne, Linke und oft auch CDU) im Bezirk organisierten Gegendemonstration teilzunehmen, die direkt an der Kreuzung Landsberger Allee / Blumberger Damm stattfindet. Es liegt an den den Bewohnern im Bezirk, den Nazis die Stirn zu bieten und ihnen zu zeigen, dass sie mitnichten ihre Interessen vertreten sondern letztendlich nur die Stimmung mit ihrer Menschenfeindlichkeit vergiften.

Als Hoffnungsschimmer bleibt jedoch zu vermerken, dass es am heutigen Tag eine große Unterstützung von – teils leider durchaus aggressiv auftretenden – Antifaschisten aus der gesamten Stadt gab, die erstmals nach vielen Wochen mit circa 200 Teilnehmern eine Gegendemonstration im Bezirk veranstalteten.

Advertisements

Über kenny1987

Hallo Leute, ich bin kenny. Ich studiere momentan Informatik und werde über alles interessante was mir so über den Weg läuft bloggen. Seien es irgendwelche News oder aktuelle Entwicklungen von meinen Anwendungen. Viel Spaß :)
Dieser Beitrag wurde unter Nicht kategorisiert abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Plädoyer für mehr zivilgesellschaftliches Engagement in Marzahn

  1. Flo schreibt:

    Danke für deinen Bericht. Es stellt sich mir allerdings eine Frage. Im letzten Absatz hebst du extra hervor, dass es „leider“ auch aggressive AntifaschistInnen auf der Demo gab. Das verstehe ich vor dem in deinem Bericht beschriebenen Hintergrund nicht. Du schreibst selbst, dass die Polizei gegen die Nazis mal wieder nicht vorgegangen ist. Wie stellst du dir den eine solche Situation vor, wenn dann nicht einige AntifaschistInnen für den Selbstschutz der Demo sorgen würden ?
    Dazu kommt, dass am Rande der Demo immer wieder einzelne Nazis auftauchten, die zwar aufgefordert wurden sich zu entfernen, denen dabei aber nichts passiert ist. Selbst als Nazis die Demo abfilmten wurden sie erst angesprochen, bevor etwas Druck gemacht wurde. Da war die Polizei direkt Teil des Geschehens und schubste die AntifaschistInnen zurück in die Demo, während die Nazis ungehindert weiter filmen konnten. Wirklich aggressiv können die von dir gemeinten AntifaschistInnen garnicht gewesen sein, sonst wäre das anders ausgegangen.

    • kenny1987 schreibt:

      Hey,

      ich bezog mich mit meiner Aussage auf die „Wir kriegen euch alle!“-Rufe seitens des schwarzen Blocks der bei den Antifaschisten mit lief zu Beginn. Diese Rufe finde ich nicht in Ordnung und möchte das auch nicht akzeptieren. Gewalt und Gewaltankündigung können und dürfen kein Mittel der Politik sein. Auf keiner Seite.

      Ich werde die Formulierung mal von aggressiv zu aggressiv auftretend ändern. Körperliche Aggression von dieser Seite ausgehend konnte ich nicht beobachten.

      Dass die Antifas selbst für Schutz sorgen müssen, weil die Polizei sich untätig zeigt ist einfach nur ein Armutszeugnis für unsere „Freunde und Helfer“.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s