Analyse und Argumente in der „Asyldebatte“

Zum Thema Nazi-Proteste in Marzahn gab es hier schon lange nichts neues mehr. Das liegt daran, dass es nicht viel neues zu berichten gibt. Circa 30 Rechtsextreme sind übrig und schwenken jeden Montag Fahnen. 

Das Thema „Asyldebatte“ als solches ist aber wie eine Hydra und poppt immer wieder da auf, wo neue Unterkünfte eröffnet werden – wie aktuell in Freital. Ich habe mich mit den Leuten hier in Marzahn direkt über mehrere Monate beschäftigt und mir die Proteste an anderen Stellen auf Videos (auch auf denen, die von den „Asylgegnern“ selbst erstellt wurden) angesehen und möchte daher hier eine Analyse und einen Ausblick liefern.

Es handelt sich bei diesen Leuten oft um eher einfach gestrickte Menschen, die sich im Groben in drei Kategorien einteilen lassen. Ihnen ist ein Menschenbild gemein, bei dem die Herkunft eines Menschen grundlegend auf seine Eigenschaften Einfluss hat. Man könnte das auch rassistisch nennen.

Die eine Gruppe sind knallharte Rechtsextreme. Sie organisieren meist die Proteste und sind als Ordner (zu erkennen an den weißen Armbinden) zu Gange. Sie instrumentalisieren die zweite Gruppe.

Die andere Gruppe hat aufgrund von einem recht eingeschränkten Weltbild schlicht Angst. Sie glauben der Panikmache, dass mit Flüchtlingen auch Kriminalität (vornehmlich schlimme Kriminalität wie Mord und besonders gerne Vergewaltigung) und Unruhe käme.

Die dritte Gruppe sind die „Wutbürger„. Ihnen passt es schlicht nicht, dass irgendetwas über ihren Kopf entschieden wird. Es ist schließlich ihr Viertel also hat man sie auch persönlich zu befragen, bevor sich in diesem Viertel irgendetwas ändert. Sie sind dem Staat gegenüber generell feindlich eingestellt und schreiben auf Facebook gerne Kommentare, die sich mit „Also, Frau Merkel“ direkt an die Kanzlerin richten und nennen unseren Bundespräsidenten „Gauckler“.

Zwischen diesen Gruppen gibt es natürlich Überschneidungen und je länger die Leute bei solchen Protesten dabei sind desto mehr verfestigt sich ihr Weltbild und die letzten beiden Gruppen driften in die erste Gruppe der Rechtsextremen. Das ist letztendlich auch das Ziel der Aktion – denn verhindern lässt sich eine Geflüchtetenunterkunft schon alleine deswegen nicht, weil eben nicht die Mehrheit der Gesellschaft dagegen ist.

Wie geht man aber nun mit den „Asylgegnern“ (übrigens ein harter Euphemismus) um, die um jedes neue Flüchtlingsheim herum Unruhe, Feindlichkeit und Hass stiften?

Die Rechtsextremen sollte man schlicht ignorieren. Mit ihnen direkt zu diskutieren würde bedeuten ihnen eine Bühne zu geben. Man sollte öffentlich machen, dass es sich bei diesen Personen um Rechtsextreme handelt – und das belegen – denn schon das allein nimmt ihnen Glaubwürdigkeit.

Was macht man aber mit den anderen beiden Gruppen? Sie übernehmen die Argumente, die ihnen Rechtsextreme liefern. Gegen die Wut gegen den Staat als ganzes oder „die da oben“ lässt sich schwer argumentieren. Hier hilft nur der Appell an die Menschlichkeit und letztendlich nach der Eröffnung der Unterkünfte der direkte oder indirekte Kontakt mit den Geflüchteten und die Erkenntnis, dass sich im Wesentlichen nichts zum Schlechten wendet.

Denen die Angst haben, kann man begegnen, in dem man die Argumente und Lügen, die von Rechtsextremen unter die Masse gebracht werden entkräftet. In der kommenden Zeit werde ich immer mal wieder ein solches Argument oder eine solche Lüge aufgreifen und Argumentationshilfen dagegen liefern oder externe Links mit Faktenchecks zu den üblichen Vorurteilen posten.

P.S.: Wenn ihr euch fragt warum ich in dem Artikel 10 mal „Rechtsextreme“ schreibe und nicht einfach mal den Thesaurus frage und Nazis, Neonazis, Rassisten oder Faschisten als Synonym schreibe, so liegt das daran, dass ich hier genau bleiben möchte. Denn trotz ihrer Glatzköpfigkeit sind Rechtsextreme oft Haarspalter, wenn es darum geht nicht unter negativ belegte Gruppenbezeichnungen zu fallen (Nazis sind ja schon alle tot, etc. etc.)

Advertisements

Über kenny1987

Hallo Leute, ich bin kenny. Ich studiere momentan Informatik und werde über alles interessante was mir so über den Weg läuft bloggen. Seien es irgendwelche News oder aktuelle Entwicklungen von meinen Anwendungen. Viel Spaß :)
Dieser Beitrag wurde unter Nicht kategorisiert abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Analyse und Argumente in der „Asyldebatte“

  1. Pingback: Warum sind Flüchtlinge alle NUR MÄNNER…? | Kennys blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s