Gedanken zum Accessblocking

Viele Aspekte der DNS-basierten Zugriffssperrung im Internet sind in letzter Zeit diskutiert worden. Dazu habe ich mich auch schon geäußert.

Ein Aspekt, der (ich habe zumindest noch nicht viel dazu gelesen) bisher kaum Beachtung gefunden hat ist der, dass mithilfe des DNS-basierten Accessblockings Pädophilen indirekt eine Liste von Servern, die Kinderpornografie enthalten bereitgestellt wird.

Die Einträge der gefilterten DNS-Server lassen sich vergleichen mit den Einträgen solcher DNS-Server, die nicht auf Stopp-Seiten umleiten. Gibt es für einen Eintrag Diskrepanzen zwischen beiden den Ergebnissen so ist dies ein deutliches Indiz, dass es sich hier um einen gefilterten Server handeln könnte.

Ein Skript, das solche Server herausfindet könnte also folgendes für jede IP-Adresse eines Adressbereiches auf einem gefilterten und ungefilterten DNS-Server  tun.

  1. Ein Reverse-DNS-Lookup der IP-Adresse auf beiden DNS-Servern um Domains zu der aktuell überprüften IP-Adresse durchführen
    Gibt es schon hier Diskrepanzen ist diese IP-Adresse eventuell betroffen.
  2. Wiederum einen normalen Forward-DNS-Lookup der ermittelten Domains durchführen.
    Gibt es hier Diskrepanzen ist die Domain eventuell betroffen.´

So wäre es mittels eines Skriptes leicht möglich herauszufinden, auf welchen Servern nach Meinung des BKA Kinderpornografie abgelegt ist. Die weitere Arbeit, die dann noch zu tun wäre ist herauszufinden, welche Ressourcen über die gängigen Protokolle auf den Servern/dem Server hinter dieser IP zu erreichen sind und welche dieser Resourcen zu Kinderpornografie führt. So einfach(ein großteil dieser Arbeit findet schließlich automatisiert statt) könnten technisch versierte Pädophile dank des BKA und ihrer Internetprovider an Kinderpornografie gelangen.

Es stellt sich also die Frage welchen Nutzen die Maßnahme haben soll, wenn die Sperren nicht nur umgangen werden können (YouTube zeigt wie das in 27 Sekunden geht und Wikileaks stellt eine Liste von nicht filternden DNS-Servern zur Verfügung), sondern im Gegenteil noch dazu genutzt werden können um sich auf die Suche nach kinderpornografischem Material zu begeben.

Natürlich sollte man Maßnahmen gegen Kinderpornografie ergreifen. Daran besteht kein Zweifel. Ein Anpacken des Problems an der Wurzel (und sei es nur die „Internetwurzel“ – also das Entfernen der Server vom Netz und das Anklagen der Verantwortlichen) wäre doch sinnvoller und weniger gefährlich für unsere Demokratie.

Advertisements

Über kenny1987

Hallo Leute, ich bin kenny. Ich studiere momentan Informatik und werde über alles interessante was mir so über den Weg läuft bloggen. Seien es irgendwelche News oder aktuelle Entwicklungen von meinen Anwendungen. Viel Spaß :)
Dieser Beitrag wurde unter Nachrichten abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Gedanken zum Accessblocking

  1. Muling schreibt:

    Jo, die technisch versierteren haben so eine grandiose Möglichkeit. Für alle anderen wird früher oder später eine Zensurliste geleakt werden. 😉

    • kenny1987 schreibt:

      Das stimmt. 😀

      Ich wollt damit nur sagen, dass das BKA Pädophilie im Prinzip noch unterstützt mit der Sperrung – und das kanns ja nu echt nich sein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s