Microsofts Windows 7

Vor kurzem habe ich mein Notebook plattgemacht. Das bedeutet, dass ich alle Daten heruntergesichert habe und alle Partitionen gelöscht habe. Bevor ich das tat befanden sich auf diesem Notebook ein Ubuntu 8.10 und ein Windows Vista. Beides funktionierte mehr schlecht als recht, wobei das Ubuntu 8.10 durchaus noch benutzbar war.

Danach habe ich mir die neue Ubuntu-Version (9.04) auf den Rechner gespielt und war ab diesem Zeitpunkt (da mein Desktoprechner ein Mac Mini ist, der im Moment auch nur Mac OS X fährt) komplett windowsfrei. Mit diesem Zustand war ich auch nicht unglücklich, da Windows Vista eine echte Qual war und Windows XP nachdem man die Software installiert hat, die man brauchte nicht viel besser war.

Dennoch war mir klar, dass ich früher oder später ein Windows brauchen würde, nicht zuletzt weil ich von der Firma Dokumente bekomme, die ausschließlich mit MS Office benutzbar sind und ich nicht einsah, warum ich noch einmal Geld für die Mac-Version von Office ausgeben sollte.

Aus diesem Grund habe ich mir gestern Windows 7 heruntergeladen und auf meinem Laptop installiert um zu schauen ob ich dieses System oder zähneknirschend doch wieder Windows XP nutzen würde (Vista war aus wohl nachvollziehbaren Gründen keine Option). Nach einem Tag Benutzung ist die Entscheidung klar zu Gunsten von Windows 7 ausgefallen.

Nach dem anfänglichen Installieren der Grafiktreiber, um das man wohl nie herumkommt (weder unter Windows noch unter Ubuntu), wenn man ein Betriebssystemlayout möchte, von dem man keine schlechte Laune bekommt, war ich nach dem ersten Benutzen vor Allem von dem neuen Konzept der Taskleiste begeistert.

Man würde davon ausgehen, dass es sich dabei nur um eine kleine Änderung handelt – die Startknöpfe wurden mit den laufenden Programmen zusammengelegt und es wird nun der Name der laufenden Programme nicht mehr angezeigt, sondern nur das Symbol. Doch es steckt viel mehr dahinter. Anhand der Symbole können häufig benutzte Programme mit einem Klick schnell gestartet werden. Es ist stets erkennbar wieviele Fenster gerade zu dem Programm gehören. Diese können geöffnet, geschlossen und angezeigt werden wenn man mit der Maus erst über das Symbol des laufenden Programmes und dann über die Miniaturansicht des Fensters geht.

Auch die Performance hat sich subjektiv deutlich verbessert. Golem.de Tests zeigen zwar, dass dies bei Benchmarks nicht so stark wäre, dass es spürbar wäre (meist handelte es sich dabei um Veränderungen von ungefähr 20%) aber das Feeling ist ein anderes.

Eine Entscheidung, die auf jeden Fall zu einer positiven Experience führt ist in diesem Fall die von Microsoft bereitgestellten Produkte zu nutzen und nicht sofort Firefox, Thunderbird, etc. zu installieren. Der IE 8 ist mittlerweile wirklich benutzbar geworden, Windows Live Mail bedient sich sehr gut und diesen Blogbeitrag schreibe ich mit Windows Live Writer (ich hoffe, dass es so auf WordPress landet wie ich das will). Ob sich das Betriebssystem immer noch entsprechend gut und snappy anfühlt, wenn man ersteinmal ein paar Programme von Drittanbietern installiert hat, wird sich dann zeigen.

Als weiterer Pluspunkt ist das Windows Media Center zu nennen. Ich habe damit gestern Abend ferngesehen und es bediente sich wunderbar. Ich habe den Stick eingesteckt, das Media Center gestartet, auf TV geklickt, bin ohne große Herausforderungen dem Assistenten gefolgt und konnte Fernsehen, mit eineblendetem EPG, der Möglichkeit Sendungen aufzunehmen und allem was man sich eben so wünscht.

Natürlich gibt es auch Dinge, die mir in der Beta von Windows 7 immernoch fehlen. So ist das Startmenü immernoch eine Katastrophe. Ich habe gerade einmal gezählt und es werden einem, wenn man es aufklappt tatsächlich 23 Items zur Auswahl angezeigt. Einen schnellen Überblick kann man sich so nicht verschaffen. Noch immer beherbergt es zuletzt benutzte Dateien bunt gemischt mit Programmen und Shortcuts zu Managementfunktionen. Hier muss ein klareres Konzept her.

Da ich seit einiger Zeit nur mit dem Mac und mit Ubuntu gearbeitet habe, habe ich mich sehr an das Konzept von mehreren Desktops gewöhnt um meine Arbeitsbereiche voneinander zu trennen. So lief auf dem 1. Desktop das Schreibprogramm, die IDE und der Browser, auf dem 2. liefen Kommunikationsprogramme wie das Mailprogramm und der Instant Messenger und auf dem dritten bspw. das Musikprogramm. Auf Windows steht mir nun (ohne Zusatzprogramme von Drittanbietern) nur ein Desktop zur Verfügung, was die Übersichtlichkeit bei mehreren geöffneten Programmen sehr verringert.

Weiterhin fehlt mir immernoch eine Möglichkeit Kalender- und Adressdaten auf dem Mobiltelefon mit denen auf dem Rechner zu synchronisieren, ein Schlüsselbund, in dem alle Anwendungen ihre Passwörter und vertraulichen Daten sicher ablegen können und ein IM-Client mit dem ich sowohl MSN, als auch ICQ und Jabber nutzen kann (Aber den wird es wohl aus dem Hause Microsoft aus nachvollziehbaren Gründen auch nie geben). Diese Dinge lassen sich natürlich über diverse Drittanbieterprogramme nachrüsten.

Alles in Allem ist Windows 7 ein großer Schritt in die richtige Richtung, der das Ziel aber noch nicht vollständig erreicht, und für mich ein Grund wieder ein Windows auf dem Rechner zu nutzen.

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Über kenny1987

Hallo Leute, ich bin kenny. Ich studiere momentan Informatik und werde über alles interessante was mir so über den Weg läuft bloggen. Seien es irgendwelche News oder aktuelle Entwicklungen von meinen Anwendungen. Viel Spaß :)
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