Ein sehr brisantes Thema…

Wenn man die Hintergründe nicht kennt ist es sehr verwunderlich was zur Zeit im Internet passiert und man könnte schockiert über unsere Blogger reagieren. Was ist also passiert?

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen möchte gegen Kinderpornografie im Internet vorgehen. Um das zu tun möchte sie das Telemediengesetz (TMG) dahingehend ändern, dass Internetnetanbieter (auch ISPs genannt) den Zugriff auf bestimmte Seiten – nämlich solche Seiten, die im Verdacht stehen Kinderpornografie anzubieten, zu sperren.

Um Unterstützung für dieses Vorhaben zu bekommen wird derzeit in den Medien mit schockierenden Zahlen argumentiert. 2007 habe sich der Vertrieb von Kinderpornografie gegenüber den Vorjahr verdoppelt und einzelne Videos seien bis zu 50000 mal angeklickt worden schreibt die Redaktion des Wissenschaftsmagazins Nano.

Aus diesen Argumenten kann man doch nur schließen, dass etwas gegen die Verbreitung gegen Kinderpornografie getan werden muss. Dem wiederspricht auch soweit keiner. (!) Der Protest in deutschen Blogs richtet sich gegen die Umsetzung des Plans der Familienministerin.

Um gegen das Problem vorzugehen sollen bei den ISPs die technischen Voraussetzungen geschaffen werden um den Zugriff auf Internetseiten zu verhindern. Es soll also im Klartext gesprochen das Internet zensiert werden. Das Problem, was viele Leute nun damit haben, ist dass wenn ein solches Instrumentarium ersteinmal (für legitime Zwecke) angeschafft ist schnell der Wunsch entsteht auch andere Inhalte zu filtern. Dabei kann es sich auch um Inhalte handeln, die für eine funktionierende Demokratie von Bedeutung sind.

Auch ist noch nicht spezifiziert, ob die betroffenen Internetseiten aus technischer Sicht tatsächlich gesperrt werden sollen, oder ob bei einer Anfrage für solch eine Internetseite eine Weiterleitung stattfiinden soll, die es den Strafverfolgungsbehörden möglich macht Nutzer von solchen Angeboten zu ausfindig zu machen.

Im letzteren Fall wäre es technisch von Nöten Inhalte des Internets bei der Auslieferung an den abrufenden Rechner zu manipulieren. Das Missbrauchspotential von solchen Mechanismen ist denkbar groß.

Fasst man die Beobachtungen also zusammen kann man sagen, dass wohl niemand etwas dagegen hat wenn die Bundesregierung gegen die Verbreitung von Kinderpornografie vorgeht. Der richtige Weg dafür wäre allerdings die Anbieter solcher Angebote ausfindig zu machen und die Rechner, die solche Angebote bereithalten vom Internet zu nehmen – und schlussendlich zu untersuchen, warum die Nachfrage für Kinderpornografie weiter wächst.

Denn nur wenn man eine Antwort auf diese Frage findet, kann man präventiv vorgehen und die Opfer nachhaltig schützen.

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Über kenny1987

Hallo Leute, ich bin kenny. Ich studiere momentan Informatik und werde über alles interessante was mir so über den Weg läuft bloggen. Seien es irgendwelche News oder aktuelle Entwicklungen von meinen Anwendungen. Viel Spaß :)
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