Don’t worry – It’s open source!

Es tut mir leid – aber ich muss nochmal was zu Googles Browser Chrome loswerden. Mittlerweile wurden ja diverse Aspekte in den Medien diskutiert.

Da gibt es die einen Leute, die alles ganz schlimm finden, weil Google beginnt auch die letzte Meile zum Nutzer hin (Zitat von „Bits und So„) zu besetzen und die Leute, die alles ganz toll finden und sagen, dass Bedenken eigentlich unnötig sind weil man ja

  1. Alle bedenklichen Sachen abschalten kann
  2. Doch ohnehin alles Open Source ist und man seinen eigenen Chrome machen kann, der dann total unbedenklich und toll ist.

Nunja – meine Meinung zu 1.) habe ich ja schon oft genug kundgetan. Software hat sich by default sinnvoll und unbedenklich zu verhalten. Die meisten User werden nicht an den Einstellungen rumfummeln – erst recht nicht wenn sie doch recht versteckt sind.

Und zu zweitens – klar ist Google Chrome selbst Open Source. Aber es ist und bleibt für Google ein strategisches Produkt, mit dem sie auch ihre Datenbanken ausbauen wollen und besser Werbung anbieten wollen. Google schenkt der Welt nicht einfach so einen Browser, weil sie die Welt so lieb haben – sie wollen damit ihre Position stärken und die Entwicklung des Webs, also ihres Marktes, einfacher beeinflussen können.

Für ein Unternehmen ist das auch vollkommen nachvollziehbar. Man sollte aber im Hinterkopf haben, dass es sich bei Chrome nicht um ein von der Community entwickeltes und betreutes OSS-Projekt handelt, sondern um eine strategische Software für einen großes Unternehmens, das Aktionäre mit Interessen hat. Daraus folgt auch, dass Google einen Teufel tun wird, Änderungen, die nicht zu ihrer Strategie passen, in den Browser mit aufzunehmen. Chrome steht nicht umsonst unter der BSD-Lizenz, bei der Rückführung von Code in das Originalprojekt nicht gefordert wird. In diesem Fall ist wohl auch relativ klar, dass es in bestimmten Fällen auch nicht gefördert werden wird.

Das Argument, dass man sich ja sein eigenes Chrome bauen kann ist faktisch ja durchaus richtig. Letztendlich sind dazu aber die wenigsten in der Lage – und erst recht nicht der Großteil der Leute, die es letztendlich nutzen soll. Und um einen alternativen, unbedenklicheren Browser aufzubauen und auch zu verbreiten braucht es eine Menge Ressourcen. Wer aber soll diese Ressourcen aufbringen?

Das imho stärkste Argument gegen „is doch OSS – is doch alles kein Problem“ ist meines Erachtens aber die starke Integration von Googles Webdiensten in den Browser. So wird jede Eingabe in die Adress- und Suchzeile (das ist in Chrome ein und das selbe) an Google Suggest geschickt. Die Sicherung gegen böse Panzerknackerwebseiten funktioniert über einen von Google betriebenen Webdienst, an den Hashes aller abgerufenen URLs geschickt werden. Und diese Software ist nicht Open-Source. Als Nutzer muss man sich auf die AGBs verlassen und glauben, dass Google wirklich nicht evil ist.

Man sollte sich also nicht vom Buzzword „Open Source“ blenden lassen, denn Google Chrome ist nicht das was weithin als OSS wahrgenommen wird (wie bspw. Mozilla, Open Office oder GNOME), sondern ein Produkt, dessen clientseitige Quellen offen liegen.

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Über kenny1987

Hallo Leute, ich bin kenny. Ich studiere momentan Informatik und werde über alles interessante was mir so über den Weg läuft bloggen. Seien es irgendwelche News oder aktuelle Entwicklungen von meinen Anwendungen. Viel Spaß :)
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