Tempelhof – Wat denkste?

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt liegt mir ja das Thema „Flughafen Tempelhof“ sehr am Herzen. Hier in Berlin ist am Sonntag der nächsten Woche (27. April) ja die Abstimmung über die Frage ob Tempelhof offen bleiben soll. Wie ich schon dargelegt habe, bin ich dafür dass Tempelhof offen bleibt.

Heute habe ich in der Abendschau im RBB den Berlintrend gesehen und dort wurde mir klar, dass ich mit dieser Meinung bei weitem nicht alleine bin.

Fangen wir mal mit einem interessanten Faktum an – es wurde gezeigt, dass das Interesse an der Abstimmung in Westberlin deutlich größer ist als im Osten und dass sich auch die Meinungen sehr unterscheiden.

Während es im Osten eine schwache Mehrheit für eine Schließung gab, ist man im Westen klar gegen die Schließung. Aufgrund des höheren Interesses im Westen ist dann auch das Gesamtergebnis für Berlin so, dass es eine Mehrheit gegen die Schließung von Tempelhof gibt.

Ich kann mir vorstellen, dass viele ältere Westberliner eine starke Bindung zu diesem Flughafen spüren. Immerhin war es dieser Flughafen auf dem es 1948 die Berliner Luftbrücke gab. Deswegen heißt der Platz vor dem Flughafen auch heute noch Platz der Luftbrücke.

Die Luftbrücke war das Symbol für den Überlebenswillen und die Stärke von Westberlin als Insel innerhalb der DDR und spielt daher sicherlich im Identitätsbild des einen oder anderen Westberliners vielleicht noch eine wichtige Rolle.

Für viele Ostberliner ist Tempelhof sicherlich nur ein Flughafen, der den Vorteil hat direkt in der Stadt zu liegen und so gibt es hier kein größeres Interesse und man hätte sich eher eine ähnliche Abstimmung vor dem Abriss des Palastes der Republik, der wiederum stark zur Geschichte und auch zum Alltagsleben in der DDR gehörte, gewünscht.

Btw: Ich bin selbst Ostberliner und mich verbindet mit Tempelhof zum einen eine Führung die ich mal vor ein paar Jahren mitgemacht habe und zum anderen die Nähe meines Arbeitsplatzes zum Flughafen.

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Über kenny1987

Hallo Leute, ich bin kenny. Ich studiere momentan Informatik und werde über alles interessante was mir so über den Weg läuft bloggen. Seien es irgendwelche News oder aktuelle Entwicklungen von meinen Anwendungen. Viel Spaß :)
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3 Antworten zu Tempelhof – Wat denkste?

  1. borstelmann schreibt:

    Ich denke, dass deine Gründe für Tempelhof mehr als kurzschlüssig sind.

    Dein Einwand, Schönefeld könnte nicht ausreichen, ist unwahr.
    BBI wird derzeit mit einer Kapazität von 25 Mio. Passagieren gebaut, kann aber stück für stück auf das doppelte – also etwa 50 Mio aufgestockt werden. Das ist vernünftig.
    Derzeit verzeichnen alle 3 Berliner Flughäfen zusammen noch unter 20 Mio. Passagieren. D.h. selbst bei einer Steigerung der Zahlen um 25% würde die bisher anvisierte Kapazität Schönefelds ausreichen. Ob man hier in diese Bereiche vorstoßen wird ist aber völlig ungewiss. Die jüngsten Steigerungen basieren v.a. auf einem enormen Aufschwang der Billigairlines. Niemand weiß aber, ob dieser Trend angesichts steigender Spritpreise anhält. Es ist also – auch angesichts der Erfahrungen, die Berlin in den 90er Jahren mit geschieterten Großprojekten gesammelt hat – nur vernünftig, mit Augenmaß zu planen.

    Auch dein Einwand, es gäbe keine Nachnutzungsplanung für Tempelhof führt ins Leere. Das Problem ist doch so, dass solange niemand wusste, ob das Gelände nun wirklich vom Glugverkehr befreit wird, sich kaum jemand ernsthaft Gedanken über Alternativen gemacht hat. Erst jetzt, da das Ende absehbar ist, beginnen die Diskussionen. Und ich finde, man sollte sich für die auch Zeit nehmen. Ein solch großes Gelände ist ein Schatz und es einer neuen Nutzung zu zuführen eine große Chance.
    Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, warum mandiese Fläche ein paar kleinen privaten Airlines vorbehalten soll.
    Und erst recht nicht, wie man sich mehr als nur einen solchen Geschäftsflugverkehr wünschen kann. Ein regelrechter Linienverkehr wie ihn sich die ICAT wünscht, mit über 100 Starts und Landungen pro Tag (also dem 10fachen des jetzigen Zustands) ist von der Lärm- und Umweltbelastung her eine Katastrophe.

    Irrif ist auch deine Behauptung, man sollte die Investorenkonzepte ernsthaft prüfen. Fakt ist: es gibt keine, nur Ideenskizzen. Der Vorschlag von Lauder, dort eine Klinik mit Landebahn einzurichten ist gaga. Zum einen würde sich Berlin damit die private Konkurrenz zu seinem Klinikum Charite ins Haus holen, die die Privatpatienten, die mit dem eigenen Learjet in den OP- Saal anreisen wollen, derzeit gut versorgen kann. Für ein, betriebswirtschaftlich halbwegs rentables Gesundheitszentrum müssten außerdem rund ein Drittel der in Berlin zugelassenen Ärzte dort konzentriert werden. Die Vorschläge sind also schon im Ansatz unsinnig, aber das will bei Springer niemand wissen. Aber die zahlen ja am Ende auch nicht das Defizit, das muss der Steuerzahler tun, wie bei all den Luftschlössern, die in den 90ern hier errichtet wurden.

    Einwand Verkehrsanbindung:
    Schönefeld ist vom Zentrum in 20 min mit der Bahn erreichbar. Ich bin derzeit von Friedrichshain nach Tegel mehr als 30 min unterwegs, was auch für alle anderen, die südlich vom Zentrum liegen, so ähnlich ist.
    Wenn Herr Mehdorn mal seinen Job machen würde und nicht seine Rachegelüste an Wowereit und den Roten dadurch stillen wollte, dass er BBI sabotiert, dann könnte er hier noch einiges tun. Airportexpress im 7 min- Takt über zwei Strecken, alles machbar.
    Aber das wird noch bis zur Eröffnung.

    Bleibt die Frage der Erinnerungsstätte. Nun gut, für die, die es brauchen: das Gebäude bleibt und bietet mehr Platz und Raum für Erinnerung als gebraucht wird. Sogar mehr und lebendiger als jetzt, wenn erstmal weite Teile zugänglich geworden sind, die man jetzt aus SIcherheitsgründen nicht betreten darf.

    Nimmt man also eine nüchterne Abwägung vor, kann man eigentlich nur zu einem Ergebnis kommen:
    TEMPELHOF AM 27. DICHT MACHEN. Darum stimmt mit NEIN!

  2. Tom schreibt:

    Schande für Berlin – Schande für Deutschland“.

    Am 30. Oktober feiert Klaus Wowereit mit 800 geladenen Gästen in der Haupthalle des Flughafens Tempelhof seinen „Erfolg“ der Schließung des Flughafens und mit der damit einhergehenden sinnlosen Zerstörung dieses historischen Denkmals. Der gemeine Berliner ist von der Abschlussveranstaltung ausgeschlossen.

    Das Symbol der Luftbrücke und der Freiheit Deutschlands wird für Wohn- und Gewerbegebiete vernichtet. Der erste Verkehrsflughafen der Welt, die „Mutter aller Flughäfen“ jetzt millionenteure Brache. Tausende von Arbeitsplätzen für heute und die Zukunft zerstört.

    Es wird die Schließung des Flughafens gefeiert, der Senat hat kein belastbares Nachnutzungskonzept, sicher ist nur, dass der Berliner Steuerzahler nun jeden Monat mindestens eine Millionen Euro für die laufenden Kosten des Flughafens aufbringen muss.
    Eine wütende Anwohnerin des Flughafens Tempelhofs: „Verantwortlich dafür ist eine SPD von karrieresüchtigen Jasagern mit Geschäftsführermentalität ohne Verantwortungsbewusstsein, eine Lufthansa die ihre eigene Geschichte versteckt und eine Bundeskanzlerin die sich in Gleichgültigkeit auf der Nase herumtanzen lässt.“

    Das Aktionbündnis be-4-tempelhof.de, Trägerin des laufenden Bürgerentscheides zu Tempelhof, fordert die Veranstalter und den Regierenden Bürgermeister Wowereit auf, diese geschmacklose Veranstaltung abzusagen.

    Aktionsbündnis be-4-tempelhof.de, Volker Perplies: „Mindestens 530.000 Berliner und mehreren Millionen Menschen in aller Welt hat Klaus Wowereit sein persönliches Demokratieverständnis gezeigt: Irreführungen, Lügen und gezielte Beeinflussung des Volksentscheides, sein eigenes Aufsichtsratsmandat wird vor das Gemeinwohl gestellt.“

    Michael Paul, Mitglied des Aktionsbündnisses „be-4-tempelhof.de“ist empört: „Es ist eine besondere Frechheit, Geschmacklosigkeit, Taktlosigkeit & Pietätlosigkeit, dass die Totengräber des Flughafens Tempelhof, die Parteibonzen der SPD und der Linken, dies mit einer VIP-Party feiern.“

    „Wir rufen daher alle Tempelhofer, alle ausgeschlossene Berliner zu einer Protestveranstaltung mit Lichterkette am Platz der Luftbrücke auf.“, so Paul weiter.

    Andreas Donati, ebenfalls aktiv für das Aktionsbündnis: „Wir geben nicht auf! Wir werden weiter für den Flughafen Tempelhof kämpfen. Wir tragen diese historische Schande für Berlin und Deutschland in alle Welt hinaus. Völker der Welt – schaut auf diese Stadt! “

    Während der Protestveranstaltung gibt es die Möglichkeit, Unterschriften für das Bürgerbegehren für den Flughafen Tempelhof und andere laufende Volksbegehren zu leisten.

    Außerdem werden wir die Liste der Sponsoren bekannt geben, die die VIP-Party finanzieren.

    Der letzte Flieger soll um Mitternacht abheben – das wirklich allerletzte ist Klaus Wowereit und diese SPD. Schämt euch!

    Veranstaltungsdaten:

    Datum: Donnerstag, 30. Oktober 2008 und Nachlese am 31. Oktober
    Ort: Platz der Luftbrücke
    Beginn: 18:00 Uhr
    Ende: 24:00 Uhr
    Veranstalter: Aktionsbündnis be-4-tempelhof.de
    Bitte möglichst Taschenlampen mitbringen.

  3. Jürgen Möhle schreibt:

    Guten Tag.

    Ich bin beruflich oft EU-weit unterwegs, war es auch Anfang 2008.
    Warum habe ich denn erst im Mai 2008 aus einem Presse-Archiv von der Volksabstimmung über die Schließung des Flughafen Tempelhof erfahren? Wurden Berlin-Charlottenburger nicht gefragt oder ist das Quorum durch Unterschlagung von Postsendungen unter 25% gehalten worden?

    MfG. Jürgen Möhle,
    Förd. Mitgl. im ICAT.

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